Symposien im Rahmen des Festivals 2019 2020-05-11T08:48:30+02:00

Symposium „TANZ INKLUSIV – vom Werden und Sein“ in der Schwankhalle Bremen. 

Am Mittwoch den 28. August 2019 ab 14h und am Donnerstag den 29. August 2019 von 10h bis 12:30h ludt tanzbar_bremen Tänzer_innen, Choreograf_innen, Interessenvertretungen und tanzinteressierte Menschen ein, sich über den Status quo und neue Wege zu einer inklusiven Tanzausbildung auszutauschen. Mit dem Fokus auf  eine Tanzausbildung für Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung wurden in Vorträgen und Gesprächsrunden/Arbeitsgruppen zu entsprechenden Fragestellungen der heutige Stand, zukünftige Visionen und die möglichen Wege dorthin beschrieben und überlegt. 

Der inklusive Tanz ist auf dem Vormarsch! Seine Präsenz in Festivals nimmt zu und er genießt in der Öffentlichkeit wachsende Aufmerksamkeit. Was bedeutet das für diese junge Kunstform und die betroffenen Künstler_innen in Bezug auf Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten? Welcher Bedarf ist vorhanden und welche Schritte sind notwendig um diesen zu befrieden?

Mit Fachleuten aus Kultur, Politik und Wissenschaft dachten wir unter anderem entlang der Fragestellungen: Wie können unterschiedliche Menschen zusammenarbeiten? Was brauchen zukünftige TänzerInnen mit einer Beeinträchtigung um Tanz zu erlernen? Kann ein vergleichbares Ausbildungsprogramm zu den gängigen Abschlüssen etabliert werden?

Workshop – Mirjam Gurtner und Tanja Erhart

Am 29. August 2019 von 13:30h bis 15:30h gaben die TänzerInnen und Pädagoginnen Mirjam Gurtner und Tanja Erhart (beide ehemalige TänzerInnen bei Candoco Dance Company und derzeit gemeinsam als Dozentinnen im Projekt Making a Difference in Berlin in den Uferstudios) einen praktischen Einblick in die Bewegungsarbeit mit Inklusiven Gruppen.

WEGE, ORTE UND ZIELE INKLUSIVER TANZKUNST – SYMPOSIUM

Bei diesem Treffen redeten wir über das Tanzen mit und ohne Behinderung. Wir tauschten Erfahrungen aus. Wir fragten uns: Soll es für Gruppen, bei denen Tänzer und Tänzerinnen mit Behinderung dabei sind, extra Festivals geben? Oder sollen alle überall dabei sein?

Mitte der 90er Jahre gründeten sich in Deutschland die ersten „mixed abled Companies“. Mit den allmählich erarbeiteten Erfolgen stellen sich strukturelle Fragen: Was sind die Wege, Orte und Ziele inklusiver Tanzkunst – und will sie sich überhaupt als eigene „Gattung“ begreifen?

Neben dem Erfahrungsaustausch ging es in diesem Symposium um die Diskussion mit Verantwortlichen von Festivals und festen (Theater-)Häusern: Wo können inklusive Kompanien ihren Platz finden? Sind „Integrations-Quoten“ für Theater und Festivals sinnvoll? Welche Ausbildungsmöglichkeiten haben sich entwickelt, bzw. fehlen noch immer? Führt eine Professionalisierung des integrativen Tanzes nicht automatisch zu neuen Ausgrenzungen? Widerspricht die kritische Beurteilung von „künstlerischer Eignung“ dem Basisimpuls von Inklusion?

Im gemeinsamen Gespräch und in kleinen Arbeitsgruppen ging es auch um Umsetzungs-Fragen: Wieviel zusätzliche Unterstützung braucht inklusives Arbeiten, z. B. für Assistenzen und längere Probezeiten? Sind gesonderte Töpfe erforderlich, um die Arbeit von Künstler_innen mit Behinderung zu fördern, zumal viele keine herkömmliche Tanzausbildung durchlaufen haben? Sollen mixed-abled-Kompanien als solche (namentlich) in Erscheinung treten? Und schließlich: Bedarf es überhaupt noch gesonderter „inklusiver Festivals“?

Konzipiert, kuratiert und moderiert von Corinna Mindt und Henning Bleyl.

11. April 2018 | 15:00 – 18:00 Uhr, Schwankhalle Bremen, Neuer Saal

12. April 2018 | 10:30 – 13:00 Uhr, Schwankhalle Bremen, Alter Saal